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It’s my Life – Mit viel Leidenschaft zum erfolgreichen Turnier-Reiten

It´s my life.
Lea Schäfermeier

LIFE-das Stadtmagazin. „Das Paradies der Erde, liegt auf dem Rücken der Pferde.“
Dieses bekannte Sprichwort würde Leandra-Elaine Schäfermeier, kurzum Lea, direkt unterzeichnen. Die 23-jährige junge Frau verbrachte, seit sie denken kann, ihre Freizeit im Pferdestall sowie auf Reitturnieren. Und dieser Ehrgeiz hat sich ausgezahlt: Seit 2019 kann sie ganz stolz behaupten, ein Teil der S-Klasse des Dressurreitens zu sein und wurde sogar am Anfang diesen Jahres in Enger zur Sportlerin des Jahres geehrt.

Seit Lea 7 Jahre alt ist, spielt sich das Leben der Reiterin hauptsächlich auf dem Rücken der Pferde ab. Sie hatte schon immer eine Schwäche für die eleganten Tiere und dank ihrer Patentante und ihrer Großcousine ist sie zum Reiten gekommen und erfolgreich dabei geblieben. Im selben Jahr, da Lea mit dem Dressurreiten anfing, ritt sie schon ihr allererstes Turnier. „Ich bin von Anfang an sehr ehrgeizig gewesen.“

Auch das eigene Pferd liess natürlich nicht lange auf sich warten… mit 8 Jahren bekam die Reiterin von ihren Eltern ihr erstes Pferd namens Abby und ihre Reitsport-Karriere nahm ihren Lauf…
Unzählige Turniere an Wochenenden, 4-5 mal reiten unter der Woche und einmal in der Woche Reitunterricht bei Rüdiger Tilke folgten – und sie ist noch lange nicht dort angekommen, wo sie gerne hin möchte:

„Mein Lebensziel ist es, eines Tages auf dem Niveau von der bekannten Dressurreiterin Isabell Werth zu reiten.“ Ganz besonders an das “Dressurturnier” erinnert sich Lea noch heute gerne: „Mein erstes S-Klasse- Dressurturnier in Detmold 2019. S-Klasse reiten war einfach so spannend! Das ist die höchste Klasse.“ Und auf die Frage, was immer der beste Moment auf Turnieren ist, antwortet Lea strahlend:

„Die 7 Minuten Auftritt. Endlich das zu zeigen, worauf man so hart und lange hin trainiert hat. Das ist schon ein Nervenkitzel. Die Siegerehrung ist natürlich auch ganz cool, das kann man auf jeden Fall nicht leugnen. Aber man kann auch nicht immer gewinnen, muss am Ende aber einfach zufrieden mit sich selbst sein.“

Leas Tierliebe begrenzt sich jedoch nicht nur auf Pferde, auch die Familienhündin Phyllis ist nicht mehr wegzudenken: „sie ist jeden Tag mit im Reitstall, seit klein auf. Sie liebt es neben den Pferden herzulaufen und immer mit dabei zu sein. Sie ist für mich auch ein kleiner Glücksbringer auf den Turnieren.“ Die 12-jährige Phyllis wurde mit 4 Wochen einfach ausgesetzt. Familie Schäfermeier hat sie daraufhin gefunden, aufgenommen, aufgepäppelt und mit viel Liebe versorgt – „wir haben sie mit der Flasche groß gezogen, die Rasse ist leider unbekannt.“

Mit jungen 15 Jahren verließ Lea das Gymnasium am Markt in Bünde und versuchte, ihr Hobby zum Beruf zu machen. Nach einem Jahr Praktikum für die Ausbildung zur Pferdewirtin auf einem Reiterhof in Bayern, hat sie sich aber dazu entschlossen, eine ganz andere Richtung einzuschlagen – „als Hobby ist das Reiten super, jedoch nicht als Beruf, da dort im Laufe der Zeit der Spaß verschwindet, dabei ist der Spaß mit das Wichtigste beim Dressurreiten. Ich musste diese Erfahrung aber einfach selbst machen, um all das herauszufinden. “Nach dieser persönlichen Einsicht absolvierte sie ihr Wirtschafts-Abitur auf dem Erich-Gutenberg-Berufkolleg.

Mittlerweile hat die erfolgreiche Dressurreiterin ihre Berufung aber eindeutig gefunden: …

..Aktuell studiert sie im 3. Semester in Bielefeld Grundschul-Lehramt mit dem Schwerpunkt Sonderpädagogik und betreut noch nebenberuflich einen autistischen Jungen. „Darin gehe ich total auf. Das ist genau das Richtige für mich“, verrät Lea in unserem persönlichen Gespräch. Dennoch soll der Reitsport immer ein wichtiger Teil ihres Lebens bleiben.

„Es gibt keine Zukunft ohne Pferde für mich, aber auch nicht ohne den Reitsport. Der Erfolgssport wird mir immer wichtig bleiben, man kann nämlich nie auslernen.”

Selbst die beste Sportlerin hat ständig einen Trainer an ihrer Seite, um sich stetig weiterzuentwickeln. Deswegen werde ich auch immer weitermachen. Doch Lea möchte ihr Wissen über das Dressurreiten nicht nur für sich behalten, sondern auch gerne selbst mit anderen Talenten teilen: „eigentlich würde ich gerade meine Trainer-Lizenz C absolvieren, aber wegen Corona wurde das leider nach hinten verschoben. Hoffentlich klappt das im nächsten Jahr.“ Für Lea ist der tägliche Gang zum Stall mittlerweile zum Alltag geworden. Etwa drei Stunden verbringt sie dort und kümmert sich fleißig um ihr Leihpferd Leonardo, mit dem Spitznamen Leo.
Leo und Lea – nicht nur die beiden Namen harmonieren perfekt, auch deren gemeinsam erreichten Erfolge machen sie zu einem tollen Team. „Nicht der Gewinn zählt, sondern das Einssein mit dem Tier. Das ist einfach unbeschreiblich. Deswegen habe ich mich auch extra für das Dressurreiten und nicht für das Springen entschieden.

Viele sagen auch immer, dass Reiten gar kein Sport ist. Mittlerweile nehme ich das als Kompliment, weil die Kunst ist es eben, dass der Reiter es so aussehen lässt, dass man denkt, das Pferd macht alles. Es sieht einfach elegant aus, das ist die Kunst des Reitens “, berichtet Lea. Leo ist ein Hannoveraner Pferd und steht auf dem Reiterhof Niermann in Bruchmühlen. Er ist ein festes Familienmitglied geworden und feierte mit Lea auch ihren persönlich größten Erfolg: „den 3. Platz in der Kreismeisterschaft“ erzählt sie uns ganz stolz.

Doch in so einem Pferdesport-geprägten-Leben gibt es selbstverständlich auch mal keine so schönen Erlebnisse: Lea erinnert sich für uns an eine angebrochene Nase, ein blaues Auge, bis hin zu einem Splitterarmbruch, den sie bereits als kleines Kind erleben musste.

„Es wird einem sehr früh beigebracht, nach einem Sturz direkt wieder aufs Pferd zu steigen, sonst kann es sein, dass man wohlmöglich nie mehr aufsteigt. Und deswegen bin ich nach meinem Sturz direkt wieder aufs Pferd gestiegen und noch weitere Stunden mit dem gebrochenen Arm geritten. Erst Abends ging es ins Krankenhaus, als mein Arm sehr deutlich angeschwollen ist und in der Nacht wurde ich noch spontan operiert. Meine Narbe am Handgelenk wird mich immer daran erinnern.“

 

Eine wichtige Sache schätzt Lea neben ihren Erfolgen aber mit am allermeisten – und zwar die liebevolle Unterstützung ihrer Familie. Auch wenn der große Bruder Lee den Fußball-Sport interessanter findet, die Mama Melanie seit vielen Jahren nicht mehr selbst reitet und der Papa Jörg gar nicht erst geritten ist, sind sie alle immer für Lea da. „Ohne meine Eltern wäre ich nicht da, wo ich jetzt bin. Ich bin sehr dankbar, dass sie mir all das ermöglichen und mich zu jeder Zeit unterstützen. Ohne sie würde all das nicht funktionieren. Sie haben mich so viele Kilometer gefahren, teilweise 120 Kilometer täglich, nur damit ich die beste Vorbereitung bekomme, das ist Wahnsinn.“

 

Hat unsere Reiterin bei so einem zeitaufwendigen Hobby denn dann noch Zeit für andere Freizeitaktivitäten und wie sieht es eigentlich mit Urlaub aus? „Außerhalb des Reitstalls backe und koche ich sehr gerne und viel. Mein Lieblingsessen ist Sushi – mittlerweile kann ich dies sogar selbst zubereiten“. Den klassischen Urlaub, verbunden mit längeren Reisen ,gab es in dem Leben von Lea bis dato aber noch nicht – „am längsten war ich mal zwei Wochen am Stück weg, da war ich auf Klassenfahrt – also noch in der Schulzeit. Sonst kenne ich Urlaub gar nicht und wenn, dann ist es ein Urlaub mit Pferd. Ich bin damit groß geworden, deswegen kenne ich es nicht, Zeit für Urlaub oder ähnliches zu haben. Aber das ist ok für mich, so habe schon früh gelernt, Verantwortung zu übernehmen. Nach der Schule ging es auch nicht erst nach Hause sondern erstmal in den Pferdestall.“ Und gibt es einen festen Partner im Leben? „Nein – aktuell Single“ verrät uns die erfolgreiche Reiterin.

 

Lea berichtet uns noch, dass sie sogar während der Abitur-Zeit in einem Reitbedarf-Laden in Bünde nebenbei ausgeholfen hat: „Das war schon interessant, die Kunden aufgrund meiner eigenen Erfahrungen zu beraten. Das hat auch viel Spaß gemacht, war aber zeitlich irgendwann nicht mehr möglich, leider.“ Die Leidenschaft zu Pferden zieht sich selbstverständlich auch durch Leas Freundeskreis – „viele meiner engsten Freunde reiten auch, meine beste Freundin Julia Niermann ist sogar erfolgreiche Springreiterin, das passt ganz gut, so kam man sich bei Turnieren nämlich nie in die Quere. Wir unterstützen uns alle untereinander und stehen im regelmäßigen Austausch.“ Lea erinnert sich, dass das damals in der Pubertät aber noch ganz anders war:

 

„Damals wollte jeder gewinnen, da war der Konkurrenzgedanke noch groß, aber jetzt ist das zum Glück nicht mehr so.“

 

Für die Zukunft möchte Lea sich noch gerne ein junges Pferd „aufbauen“, die S-Klasse weiter festigen und parallel in den Niveau-Klassen aufsteigen, um sich dann eines Tages hoffentlich den Lebenstraum zu erfüllen: auf dem Niveau S 3-Sterne beim großen Weltfest des Reitsports CHIO Aachen reiten. Und wir von der LIFE sind uns sicher, dass Lea all das mitbringt, um es zu erreichen!
Wir drücken ihr alle Daumen und wünschen ihr ganz viel Erfolg.

 

„Die Reportage“ von Lara-Marie Mania mit Fotos von Joline Bräucker / privat

hallo@mr-flo.life

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