Home / Wohnzimmer  / mr.Flo fragt nach: Bünder Gastronomen zur Corona Situation.

mr.Flo fragt nach: Bünder Gastronomen zur Corona Situation.

mr. Flo stellt die Bünder Gastro kurz vor. Wie ist die Situation. Wie geht es weiter? 

Shutdown – und jetzt? Die Gastronomie im Bünder Land hat es hart getroffen. Neun Inhaber stellen sich dem Interview auf dem Roten Sofa und berichten über ihre Lage.  Suchen Sie sich „Ihren Lieblings-Gastronomen“ aus oder lesen Sie einfach alle Statements!

Das komplette Interview findest du in der aktuellen Dezember LIFE.

Vaso Kotidou (Kreta)

LIFE: Wie ist die Situation?
Vaso: Gesundheitlich sind alle topfit. Ansonsten schlagen wir uns noch so durch und wir hoffen, dass es so weiter bleiben kann, dass wir Abhol – und Lieferservice anbieten können und dass es nicht heißt: totaler Lockdown. Ja, ich denke, das ist halt für jeden eine schwere Situation, aber gemeinsam als Familienunternehmen schaffen wir das.
LIFE: Als das mit dem Shutdown kam, was hast Du unternommen?
Vaso: Ja, wir haben halt direkt gesagt, wir ergänzen unseren Abholservice noch um den Lieferdienst, weil das halt für die Gäste viel angenehmer ist, dann muss man sich nicht noch mal anziehen und alles. Man bekommt das einfach vor die Tür und gut ist. Und wir mussten das anbieten, weil wir das sonst nicht, finanziell kriegt man das einfach nicht hin. I
LIFE: Reicht das mit diesem Abholen und Liefern? Wie sind die Aussichten?
Vaso: Unter der Woche nicht, am Wochenende ist es gut, aber man kriegt halt lange nicht das, was man in der Woche mit den belegten Tischen und dem drum herum haben.

Jasre Sonnek (De La Casa)

LIFE: Wie geht es Euch im Moment?
Jasre Sonnek: Ehrlich gesagt richtig schlecht  – läuft nicht…. Wir versuchen uns über Wasser zu halten. Bei uns ist es noch ein bisschen problematischer, wir sind ja auch noch ganz neu. Heute wäre unser 1-jähriges! Nein, heute IST unser 1-jähriges. Wir wollten das eigentlich ganz groß feiern, wollten tolle Aktionen über diesen Monat machen. Da geht es einem natürlich nicht so gut.
LIFE: Aber Ihr habt jetzt auch Lieferdienst?
Jasre: Ja, aber das ist auch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Das ist natürlich nicht das Typische, wenn man bestellt oder was man liefert.

Giorgos Rizos (Delphi)

LIFE: Wie geht es Euch im Moment?
George: Gesundheitlich, toi,toi,toi, geht es gut, wir passen natürlich auf, wie jeder andere auch. Was das Geschäft angeht, mit Höhen und Tiefen, würde ich sagen.
LIFE: Wie war Deine spontane Reaktion auf den Shutdown?
George: Ja , und dann ging natürlich gleich die Überlegung, machen wir jetzt weiter? Wir durften ja nur mit Ausser Haus Verkauf weiter machen, das haben wir dann gleich versucht umzusetzen.
LIFE: Liefert Ihr auch?
George: Liefern tun wir nicht, nein. Das war  eine Überlegung, aber darin haben wir einfach gar keine Erfahrung und ich glaube, dass wir uns da ein Eigentor schießen. Wir haben dann gesagt, wir machen es lieber so, wie wir es seit 30 Jahren machen – ausser Haus zum Abholen. Das können wir auch mit dem Timing  einplanen, dass es nicht zu lange dauert. Dadurch dass wir das ja im März schon gemacht haben, wussten wir ja, wie es geht. Wir haben eine kleinere Karte gemacht, einfach um auch die Kosten da im Griff zu halten, weil wenn wir alles anbieten, dann müssen wir auch zu viel einkaufen etc.

Pedro Ferreira (Venezia im Lindenhof)

LIFE: Wie ist Eure Situation?
Pedro: Ganz okay.  Wir sind am Renovieren, wir haben die Zeit genutzt. Wir haben das vorher besprochen, je nachdem was passiert – ursprünglich war es  erst für das nächste Jahr, geplant, aber jetzt haben wir gesagt, o.k. Die Idee war immer da und jetzt nutzen wir die Zeit.
LIFE: Kann man schon was verraten? Was ist passiert?
Pedro: Wir haben die Bänke abgerissen. Wir haben Stühle bestellt, das dauert aber noch ein bisschen, bis die da sind, ca. 8 – 10 Wochen. Deswegen müssen wir da erst einmal ältere Stühle hinstellen. Die Wände am Eingang, die werden wir anders machen, das ist ja alles nur Beton, da kommt jetzt Glas hin. Da war ja eine Schiebetür, wenn die eine zu geht, geht die andere auf und dann kommt da nicht mehr so viel Wind rein. Auf die  Bänke kommen neue Stoffe drauf. Die Tische werden neu poliert und frische Farben drauf.
LIFE: Da habt Ihr ja viel Arbeit …
Pedro: Ja, aber so können wir die schlechte Zeit jetzt gut überbrücken. Hinter der Theke, da war so eine große Tür, die ist aufgemacht und kommt weg. Da kommen vielleicht noch wenige Tische hin, mal sehen. Wir wollen dort auch frisches Eis als Dessert anbieten. Da wollen wir einen Kühlschrank anschaffen. Auch für die Weine. Wir wollen uns auch qualitativ nochmal verbessern.
LIFE: Was vermutest Du, wie lange wird das dauern?
Pedro:  Ich weiß es noch nicht, ob wir schon am 1.12. aufmachen könnten, wir haben noch viel zu tun! Alles ist ein bisschen alt, wir polieren das ganze Holz nochmal, alles wird neu gestrichen und lackiert.

Vicky Goga (Restaurant Olympia)

LIFE: Herzlich willkommen auf dem Roten Sofa Wie geht es Dir mit der momentanen Situation?
Vicky Goga: Ich sehe überall leere Stühle. Ich hoffe nur, dass meine lieben Kunden zum Mitnehmen bestellen. Und ich hoffe, dass die Zeit ganz schnell rum geht, damit ich meine lieben Gäste bald wieder bei mir begrüßen darf in meinem Olympia.
LIFE: Als Du die Nachricht bekommen hattest von dem Shutdown, dass geschlossen werden muss – wie war Deine erste Reaktion?
Vicky: Ich war schockiert. Ich habe gedacht, es kommt eine Beschränkung auf 22 Uhr. Aber komplett zu –  da war ich sprachlos.
Life: Was habt Ihr unternommen ?
Vicky: Sofort unseren Bringdienst eingerichtet und wöchentlich einen Plan gemacht, wie wir das schaffen. Die Leute können aber auch abholen kommen.

Kadir Seyhar (El Sombrero)

LIFE: Wie ist die Situation?
Kadir Seyhar: Oh man, soll ich wirklich alles raus lassen? Ja, es ist schwierig, es ist eine schwierige Zeit, die wir jetzt durchmachen müssen. Im März war auch ein Lockdown,  aber man hatte noch andere Betriebe, die auch mit schließen mussten an seiner Seite, wo man gedacht hat, o.k., Deutschland,  die Welt geht durch eine Zeit, die muss man zusammen überwinden. Und jetzt bei dem 2. Lockdown, ich meine fast zu 90 % geht das normale Leben weiter und es sind nur 10 % der Betriebe, Gastronomie, Kino und so weiter die zumachen müssen. Und das, obwohl du viel investiert hast und Dir einen Kopf gemacht hast. …
LIFE:  Was hast Du unternommen?
Kadir: Für uns war schon schon klar, dass wir uns wieder eine komplette Schließung nicht erlauben können. Wir dachten, wir werden dann ausser Haus machen und schauen, wie es anläuft, aber bis jetzt ist es nicht wirklich so, dass wir in dieser Hinsicht zufrieden sind.
LIFE: Reicht das mit diesem Abholen? Wie sind so die Aussichten?
Kadir: Noch haben wir noch ein bisschen Luft nach oben hin. Es ist nicht so, dass man so keinen Schutzschirm hat, wenn es hoffentlich jetzt nur bis Dezember ist, würde man diese Zeit meistern können, aber wenn es jetzt wirklich länger angeht, dann wird es schon wirklich schwierig finanziell und das Ganze auch psychisch zu verarbeiten.

Wilfried Hodde (Elsestern)

LIFE: Wie geht es Ihnen?
Wilfried Hodde: So weit ganz gut – privat. Geschäftlich sicherlich nicht.
LIFE: Als das mit dem Shutdown kam, was haben Sie unternommen?
Wilfried Hodde.: Tja, ich habe ja, oder wir alle ja die Erfahrung aus dem März/April und die waren einfach doof. Danach hatte ich Glück mit dem Wetter, ich habe auch die Außengastronomie und die Leute waren dankbar, dass sie wieder einen Anlaufpunkt hatten, um in Ruhe zu essen oder mal was zu trinken. Die Radfahrer, die dann wieder vermehrt unterwegs waren. Und deswegen habe ich mich jetzt dazu entschieden, nicht zu schließen, sondern gleich mit To Go weiter zu machen. …

Tatjana Böselt (Alt Hiddenhausen)

LIFE: Wie ist der aktuelle Stand?
Tatjana Böselt.: Schwierig, schwierig…. Also grundsätzlich fand ich den ersten Lockdown schlimmer. Da kam ich mir wirklich vor wie auf der Titanic. Wo die letzten Gäste dann gesagt haben: „Ja, tschüss Tatjana, bis irgendwann mal.“ Mein Gott, was passiert jetzt? Beim zweiten Mal, ja, war es abzusehen und persönlich denke ich nicht, dass wir im Dezember schon wieder aufmachen dürfen.
LIFE: Und wie habt Ihr reagiert, als die Meldung verdaut war?
Tatjana: Ja, grundsätzlich war erst einmal die Überlegung, was machen wir jetzt als Alternative, weil wichtig ist natürlich, wir müssen die – ich sag` mal – die Aorta des Geschäftes am Laufen halten, weil natürlich die laufenden Kosten ja da sind. Aber gut gegessen wird immer und wir haben im Moment auch viele tolle Gäste, die uns unterstützen , die ganze Gänse bestellen und die sagen, wir wollen auch weiterhin unterstützen.

Lothar Finkemeier (Bü Café)

LIFE: Wie ist die Situation für Sie im Moment?
Lothar Finkemeier: Wir haben uns jetzt beschränkt haben auf das Abholgeschäft. Liefern ist ein bisschen schwierig, weil wir eben nur Mittags da sind. Ich glaube, da liegt der Fokus ehr auf dem Abendgeschäft. Das sind gemischte Gefühle. Wir würden lieber mehr machen und wissen auch gar nicht, warum wir den Lockdown light bekommen haben.
LIFE: Die Nachricht vom Shutdown – wie war Ihre spontane Reaktion?
Lothar Finkemeier: Es trifft die Falschen, denn wir sind eigentlich die Problemlöser, aber nicht die Problemverhinderer oder die Problemmacher. Von daher dürften wir eigentlich gar nicht betroffen sein.
LIFE: Was haben Sie zuerst unternommen?
Lothar Finkemeier: Wir haben natürlich eine Mitarbeiterversammlung einberufen und haben gesagt: „So Leute, was steht uns jetzt bevor? Was sind unsere Möglichkeiten?“ Und dann haben wir uns tatsächlich auf das Abholgeschäft fokussiert und darüber hinaus darf ja auch eine Kantine geöffnet sein. So sind wir auch Betriebskantine fürs Bünder Modehaus.

Sven Wippermann (Restaurant A 30 im Autohof)

LIFE: Sven, wie ist die Situation in Eurem Autohof-Restaurant?
Sven Wippermann: Den Umständen entsprechend. Schön ist es nicht.  DieUmsätze gehen zurück.  Man hat Verantwortung für die Mitarbeiter. Es sie sind teilweise bis zu 90 % in Kurzarbeit. Das macht uns keinen Spaß und mir tut es  für die Leute auch einfach leid.
LIFE: Als das mit dem Shutdown kam, was hast Du unternommen?
Sven: Wir hatten von vorneherein gesagt, wir gehen erst einmal auf Plan A vom März und machen auch ausser Haus Geschäft.Wir sind ja Stadtrandbezirk und Autobahnrandbezirk. Wir haben den normalen Bünder und de Berufskraftfahrer und wir wollen eigentlich beiden gerecht werden. Wir haben gesagt, wir machen nicht ganz zu, weil wir gesagt haben, es wirkt  sich sonst auch als Panik auf die Menschen aus.
LIFE: Reicht das mit diesem Abholen? Wie sind die Aussichten?
Sven: Wir müssen natürlich schon gucken, dass der Laden irgendwo auch im Gespräch bleibt, dass man sagt, wir bieten den Leuten trotzdem was – aber es kann nicht nur den Effekt haben, dass wir wie momentan oben drauf legen.

info@touchwood.de

Review overview
NO COMMENTS

POST A COMMENT