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Kultur, Event – wie wollt ihr überleben?

Kultur, Event – wie wollt ihr überleben?

Es ist eigentlich erst ein paar Tage her, dass drei „Event-Macher“ auf usnerem Roten Sofa Platz nahmen. Wie steht es um die Event-Branche?
Das wollten wir wissen und erfuhren, dass es für einige gar nicht gut aussieht. Was Sarah Alhorn, Olesya Hemminghaus und Carsten Müller (professional event solutions) da aber noch nicht wussten: es gibt wieder einen Lockdown, der sie massiv betrifft.

Unser mr.Flo wollte wissen: Wie kann es nun weiter gehen? Wie haben die drei Event-Macher die langen Monate (fast ohne Umsatz) bisher überstanden?

Hier ein paar Ausschnitte des Interviews:

 

mr.Flo: Sarah Alhorn, Sie sind Hochzeits- und Eventplanerin. Wann trafen bei Ihnen die ersten Stornierungen ein?
Sarah Alhorn: Es ging direkt im März los, wo eben der Lockdown anfing, da kamen schon die ersten Stornierungen direkt rein. Das betraf dann auch nicht nur die Hochzeiten, sondern auch private Feiern, wie Taufen und dann die Konfirmationen. Das war schon relativ schlimm für einige.
mr.Flo: Wie haben Sie dann seit dem März auf die Entwicklungen reagiert?
S. Alhorn: Also wir haben die Termine dann aus dem März umgelegt. Leider Gottes gab es dann einige Termine, die trotzdem nicht stattfinden konnten im Juni/Juli, diese wurden dann auf Oktober geschoben und selbst die sind dann im Oktober jetzt aktuell wieder gecancelt worden. Das heißt, es gibt ganz viele Brautpaare, die dieses Jahr dreimal den Termin verschoben haben und immer noch nicht feiern können. Ich selbst habe insgesamt von 120 Hochzeiten, die geplant waren, ganze Fünf dieses Jahr umsetzen können.

Heiraten an sich hätte ja funktioniert im Standesamt im kleinen Rahmen, dann wollten die Paare das aber nicht umsetzen und haben es dann ins nächste Jahr verschoben. Wenn man mit 140 Gästen feiern möchte – diesen Tag erlebt man ja auch nur einmal – da wollten viele nicht auf bestimmte Dinge verzichten.

mr.Flo: Wie konnten Sie vom Kino das finanziell überstehen, Frau Hemminghaus?
Olesya Hemminghaus: 9.000 Euro haben wir bekommen und dann wir haben Gott sei Dank Mieter. Also die Räume, die dann vermietet wurden und davon konnte man ein bisschen leben, aber für die ganzen Sachen bin ich zur Bank marschiert, da habe ich alle Rechnungen vorgelegt und wir haben das und das geleistet und wir haben jetzt keine Einnahmen und das ging dann.
mr.Flo: Und wie ist die Situation jetzt? Perspektive? Wird es jemals wieder so sein wie vorher?
O. Hemminghaus: Hoffnung sieht im Moment schlecht aus, also James Bond zum Beispiel sollte imApril starten, haben sie sofort auf November verschoben. Und jetzt, die gleiche Geschichte, James Bond wird jetzt schon wieder auf März verschoben.
Die haben wirklich sehr viel investiert, die Produktion und alles, das sind ja Millionen und dann kriegen die nicht genug und deswegen verschieben die das auf März. Ich bekomme jeden Montag die Top 20, was auf dem ersten Platz ist und so weiter. Und wo normalerweise die Top 20 anfangen mit 500 000 Besucher in Deutschland sind jetzt höchstens 100 000 dabei. Das ist jetzt schon eine lange, lange Zeit.

Carsten Müller: Zu der Perspektive traue ich mich gar nicht, mich zu äußern. Ich sehe das, was wir normalerweise an Veranstaltungen gemacht haben, also Konzerte, Shows mit 5000 Leuten, Stadtfeste sehe ich nächstes Jahr noch nicht. Vielleicht schafft es die Politik ja, Konzepte raus zu bringen, die nicht nur Angst schüren, sondern die sinnvoll ein Leben MIT diesem Virus ermöglichen. Weil im Moment sehe ich es wirklich nur als Angstmacherei. Also ich will diesen Virus nicht verniedlichen, also den gibt es und der tut auch was und der ist bestimmt auch gefährlicher als eine Grippe. Aber ich sehe im Moment kein Konzept, MIT diesem Virus zu leben.

mr.Flo: Wie kann man Solidarität mit Euch üben? Was hilft Euch?
C. Müller: Vielleicht eher mal ins Kino gehen als bei Netflix. Bei uns ist das sicher schwieriger. Ich sage bei uns immer, wenn dann mal eine Veranstaltung ist, dann trinkt das Bier nicht zu Hause, trinkt das da, wo die Bühne steht, trinkt den Glühwein nicht zu Hause. Und vor allem – TRAUT Euch was. Wir zwingen keinen, zu einer Veranstaltung zu gehen. Ich habe neulich schon gesagt, wirmachen Schilder an die Tür: Das Betreten dieser Veranstaltung ist FREIWILLIG!

Seid mutig, aber nicht übermütig.

Es zwingt Dich keiner, wenn Du ins Universum gehst und Kabarett guckst und Abstand hältst, es zwingt Dich keiner, die Maske abzusetzen. Wenn Du Dich unsicher fühlst, lass ́ sie doch auf. Aber arrangiere Dich mit dem Thema und versuche mit etwas mehr Mut und Vernunft an Events und Veranstaltungen teilzunehmen. Das funktioniert. Seid mutig, aber nicht übermütig.

hallo@mr-flo.life

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