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Flugangst? mr.Flo nimmt Dich mit!

Schulter an Schulter mit einem ganz erfahrenen Fluglehrer in einer kleinen Motorsegler-Kabine. Jetzt sind Vertrauen und die Fähigkeit zum Genießen gefragt.

„Das wird gar nicht so schlimm“, versucht Dieter Obrock noch zu beruhigen. Und mr.Flo macht tatsächlich einen ganz gelassenen Eindruck. Noch… Denn gleich werden wir das Hücker Moor, den Bünder Autohof, den Bahnhof und das Krankenhaus wie Playmobil-Bausteine sehen, werden wir unsere Gefühle für Dimensionen und Größenordnungen ganz neu überdenken dürfen. Und werden bis zu 1.000 Meter über dem Boden schweben.

„4.200 Flugstunden sprechen für sich“

mr.Flo hat sich einen sehr erfahrenen Piloten ausgesucht. Fluglehrer Dieter Obrock vom Aero-Club Bünde kommt bei Motorsegler und Segelflugzeug auf sage und schreibe 4200 Flugstunden. Er hat sie fast alle, die gängigen Lizenzen, alle Lehrberechtigungen und die Prüferlizenz. Diesem Piloten vertraut sich unser Mr. Flo heute an. Also los: am Anfang steht auf dem Meller Platz der Vorflugcheck. Neben der navigatorischen und der meteorologischen Flugvorbereitung steht vor allem die technische Kontrolle ganz obenan. Mit strengem Blick checkt Obrock die Fugzeugzelle, die Steuerung, Ruderanschlüsse, nimmt eine Triebwerkskontrolle vor und prüft natürlich den Öl- und Tankinhalt.

„So, jetzt bitte einsteigen und anschnallen“, ruft er dem Mann mit dem Hut zu. Die Zelle schließt sich, das Triebwerk startet vernehmbar und Thorsten weiß eines ganz genau: jetzt gibt es kein Zurück mehr! Pilot Dieter Obrock nimmt die Sprechfunkverbindung auf der Meller Platzfrequenz 122,4 MHz auf, holt sich alle wichtigen Startinfos über Windrichtung- und stärke, die Start- und Landerichtung ein. Ganz entspannt hält Obrock beim Start die Richtung und beobachtet aus dem Augenwinkel die Beschleunigungsleistung bis zum Abheben.

„Ist da unten nicht das Hücker Moor?“

Jaaa, wir heben ab! Ein komisches Gefühl, wie der Bünder Motorsegler mit dem Kennzeichen D-KMOR Meter für Meter Höhe gewinnt und wir uns definitiv immer weiter vom gewohnten Boden entfernen.

Um die 500 Meter sind wir hochgestiegen. „Es geht jetzt Richtung Osten über Riemsloh und Bruchmühlen“, berichtet uns Dieter Obrock mit einem Lächeln voller Vorfreude. Doch wir wollen noch nicht so recht rausschauen, den Blick noch konzentriert nach vorne gerichtet.

„Da unten ist die A30“, weckt der Pilot unsere Neugierde und tatsächlich: gerade wie an der Schnur gezogen verläuft sie hier, doch im nächsten Moment nehmen unsere Augen schon eine große Wasserfläche wahr. „Das ist doch das Hücker Moor, oder?“ ruft Mr. Flo und merkt im selben Moment, dass ihn das Flugfieber bereits gepackt hat. Leuchtende Rapsfelder und drehende Windräder! Dann taucht im Bünder Westen das Textum-Hochregallager auf – inmitten des Gewerbegebietes, um ein paar Sekunden später vom Autohof abgelöst zu werden. Ja, wir sind wieder in Bünde: nur mehrere Hundert Meter über dem Boden.

„Hoch über der Life-Redaktion“

„Von hier sieht die Welt ganz anders aus“, stellt der Mann mit dem Hut fest, und dieser einmalige Blickwinkel will festgehalten werden. Seit einigen Minuten klickt der Auslöser seiner Cam – natürlich mit großem Teleobjektiv versehen. Von hier aus geht es weiter über das Schulzentrum Nord, ganz klar erkennen wir die die Bünder Welle neben dem Stadion und dann sehr markant die Industriehallen von Miele und Fretthold. 

Weiter zieht es den Motorsegler über den Bahnhof. „Wahnsinn, die Züge sehen aus wie eine Spielzeugbahn“, lachen beide zusammen und winken dabei einmal kurz zur Redaktion am Domhoff runter, wo die Life-Mitarbeiter nicht ahnen, wer da ein paar Hundert Meter über ihren Köpfen kreist.

„Ganz Bünde auf einem einzigen Foto“

Weiter geht es über das Zentrum von Bünde – den Elseverlauf immer als markante Orientierung. „Wir dürfen nicht unter 500 Meter kommen und müssen den Luftraum streng beachten“, erzählt Dieter Obrock. Und schon wieder klickt die Cam ohne Pause – „Wie schön grün Bünde eigentlich im Zentrum ist“, stellt Mr. Flo. Über den Marktplatz geht es weiter hoch über die Kirchtürme hinweg, das Gymnasium Am Markt wirkt ebenso winzig wie das Amtsgericht. 

Das ist schon ein Ding –  Ganz Bünde passt von hier aus auf ein einziges Foto!

„Kart fahren auf dem Bierdeckel“

Die Else ist unser „Kompass“. Schön grün liegt die Elseaue unter uns, und auch das Flusswasser erscheint von hier oben längst nicht so matschig-grau wie beim Spaziergang vom Ufer aus. Sicht und Licht sind gut, doch der Wind setzt uns zu. Es ist stellenweise doch ziemlich böig, Dieter und Mr. Flo haben die eine oder andere Turbulenz zu meistern. 

So müssen einige Objekte zwei-, dreimal angeflogen werden bis das begehrte Foto endlich im Kasten ist. Und Dieter Obrock achtet beim Anflug jedesmal genau darauf, den Kreisradius und die zu fliegende Querlage richtig zu bestimmen, damit bei den Fotos die Flügel nicht den Blick verstellen.Weiter geht es entlang der Else nach Kirchlengern. Die großen Industriehallen von Hettich bestimmen das Landschaftsbild. 

Nach dem hell erleuchteten „Aqua Fun“ stellt die Kartbahn an der B 239 ein besonderes fotografisches Highlight dar. Verschlungen und atemberaubend kurvig sieht die Bahn von hier oben aus – und als ob die ganze Anlage auf einen Bierdeckel passen würde.

„Das Triebwerk ist jetzt aus“

Dieter Obrock nimmt über dem interkommunalen Gewerbegebiet Oberbehme die Kehrtwende vor. 

Ab geht es noch ein letztes Mal über Bünde- Zentrum zurück entlang der A 30 zum Flugplatz in Melle. Dieses Finale bietet noch einmal sehr gute Sichten. Sogar der Dümmer ist hinter dem Stemweder Berg zu erkennen und ganz klar auch die Orte des Ravensberger Hügellandes zwischen Wiehen und Teuto. Über Bruchmühlen beginnt der Steigflug bis ca. 1000 Meter zum Meller Berg. 

Dann wird das Triebwerk stillgelegt und die beiden fliegen jetzt als Segelflugzeug weiter. „Wir haben Glück. Die Thermik ist noch gut erhalten, hier können wir kreisend unseren Segelflug verlängern“, freut sich der erfahrene Pilot. 

Doch irgendwann ist auch der schönste Flug vorbei und die Erde zieht magisch an. In 300 Metern Höhe meldet sich Dieter Obrock am Meller Flugplatz über Funk zur Landung und setzt über das Wasserschloss Bruche hinweg auf der Landebahn 09 auf. Butterweich – nach einem einstündigen, wirklich richtig schönen Flug.

Wir sind wieder sicher am Boden! Mit jeder Menge Adrenalin ausgestattet und einem breiten Strahlen im Gesicht öffnet sich die Fliegerzelle. Nach dieser Stunde wissen wir, was der Fluglehrer Obrock uns sagen wollte, als er beim Start sagte: „Wer nicht vom Fliegen träumt, dem wachsen keine Flügel!“ 

hallo@mr-flo.life

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